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Eigentümer von Vermögenswerten verschaffen sich eine mächtigere Stimme

Überall auf der Welt stehen die Eigentümer von Vermögenswerten vor neuen und sich beständig verändernden Herausforderungen. Ob zunehmender Inflationsdruck, politische Veränderungen, Klimawandel, demografische Entwicklungen und Verlagerungen bei Pensionierungen oder auch nur veränderte Betriebs- und Geschäftsmodelle – Eigentümer von Vermögenswerten sehen sich mit einer Vielzahl von Belastungen konfrontiert, von denen viele vor einem Jahrzehnt noch gar nicht existierten. Die gute Nachricht dabei besteht darin, dass sie sich zunehmend zusammentun und die Agenda bei einer Reihe von Themen, die für sie von Belang sind, vorantreiben.

Mark Austin –Leiter des Bereichs Asset Owners bei Northern Trust in Grossbritannien sowie Vorsorge- und Versicherungs-Experte für Europa – ist der Ansicht, dass Eigentümer von Vermögenswerten eine aktivere Rolle bei der Erzielung positiver Ergebnisse einnehmen sollten und dadurch auch eine mächtigere Rolle im Segment des institutionellen Investierens erhalten. 

Wie machen sie das? Sie erzielen Skaleneffekte durch Konsolidierung, führen neue Modelle und Ansätze für die Asset Allocation ein, investieren in alternative und abstraktere Anlagen, setzen auf eine aktive Ausübung ihrer Aktionärsrechte und Stewardship. Sie setzen überdies gross auf Nachhaltigkeit bzw. ESG (Environmental, Social, Governance) und nutzen neue digitale und datenbasierte Einsichten, um die Performance zu verbessern sowie holistische Portfolien zu erstellen.

Die Eigentümer von Vermögenswerten sind an einem Wendepunkt angelangt. Sie sind sich bewusst, dass sie mit einer zunehmenden Komplexität konfrontiert sind, aber sie sind sich auch bewusst, dass sie mehr denn je in der Lage sind, Veränderungen zu bewirken. Sie sind von «Preisnehmern» zu «Preisgestaltern» geworden, und das tun sie, indem sie zusammenarbeiten, sich neue Technologien zu eigen machen und bei ESG eine Vorreiterrolle übernehmen.

Die Macht der Konsolidierung und Zusammenarbeit

Eine der Möglichkeiten, mit denen Eigentümer von Vermögenswerten die Landschaft verändern können, besteht in der Konsolidierung. Auch wenn Konsolidierungstrends und zentrale Themen in den verschiedenen Teilen der Welt unterschiedlich sind, ist die Richtung klar: Viele Eigentümer von Vermögenswerten können es sich nicht mehr leisten, individuell zu agieren. In der Masse liegt die Kraft sozusagen.

Komplexe Portfolios sind gleichbedeutend mit komplexen Daten, was zu einem komplexen Betriebsumfeld für Eigentümer von Vermögenswerten führt, da der Druck auf Anlage-Teams und Institutionen zunimmt. Die Konsolidierung macht immer mehr Sinn, um effizienter zu werden. Auch der Zugang zu den richtigen Managern ist ein Faktor. Konsolidierung kann also zu neuen Investitionsmöglichkeiten führen. Die grossen Akteure im Bereich der Privatmarktanlagen beispielsweise sind jene Leute, die in der Lage sind, Fonds zu führen oder ganze Deals abzuwickeln.

Die Konsolidierung ermöglicht es den Eigentümer von Vermögenswerten auch, bessere Einblicke und Analysen über die Leistung ihrer Asset Manager zu erhalten, so Austin. «Da sich Eigentümer von Vermögenswerten zusammen­schliessen und implizit grösser werden, können sie sich Data Science leisten. Dies ermöglicht ihnen, genauer zu untersuchen, was die Asset Manager tun, wie sie es tun und was das Endergebnis ist. Der Schwerpunkt liegt auf einer besseren Kontrolle darüber, wie die Asset Manager ihre Ideen in Performance ummünzen», erklärt er.

Die Konsolidierung kann den Eigentümer von Vermögenswerten auch helfen sicherzustellen, dass ihre umfassenden Asset Allocation-Strategien die Vorsorgeeinrichtung nicht beeinträchtigen, insbesondere im Fall von illiquiden Vermögenswerten, schlägt Mark Austin vor. «Wenn Sie alternative Anlagen einsetzen, möchten Sie die illiquiden Vermögenswerte nicht vor einem angedachten Zeitpunkt veräussern müssen. Sie wollen sicher sein, dass die Illiquidität nur einen kleinen Teil des Anlagevolumens ausmacht und nicht plötzlich in Frage gestellt wird. Grössere Vorsorgeeinrichtungen, bei denen die Zu- und Abflüsse stärker harmonisieren, können es sich eher leisten, illiquide Vermögenswerte zu halten, da sie einen besseren Zugang zu liquiden Vermögenswerten haben.

Eigentümer von Vermögenswerten können ihre Grösse auch nutzen, um ihre Muskeln spielen zu lassen, wenn es um Themen wie Engagement geht, oder um sich mit den Kosten und der Komplexität der Regulierung auseinanderzusetzen, sagt Austin. «Unter dem Strich haben die Eigentümer von Vermögenswerten erkannt, dass sie ihre Zukunft selbst bestimmen können, wenn sie sich zusammenschliessen und gewisse Bereiche konsolidieren. Ich denke, das ist nur richtig».


Wie sieht die Konsolidierung in Europa aus?

Eigentümer von Vermögenswerten schliessen sich in verschiedenen Teilen Europas auf unterschiedliche Weise zusammen.

Im Vereinigten Königreich kam es 2018 zu einer bedeutenden Konsolidierung im Bereich der leistungsorientierten Vorsorgeeinrichtungen (Defined Benefits), als die kommunalen Pensions­kassen ihre Vermögenswerte zusammenlegten i ii. Mehr als 80 Institute innerhalb des Local Government Pension Scheme (LGPS) in England und Wales, die nun zusammen ein Vermögen von mehr als 276 Mrd. GBP iii verwalten, haben acht segregierte Pools geäufnet iv

Es gibt auch andere Möglichkeiten der Konsolidierung. Der Rentensicherungsfonds (Pension Protection Fund) übernimmt das Vermögen einer leistungsorientierten Vorsorgeeinrichtung, wenn ein Arbeitgeber zahlungsunfähig wird. Der Pension Protection Fund verwaltet derzeit 38 Mrd. GBP für 288’000 Mitglieder v. Im März verkündete der Fonds einen Anstieg seiner Investitionen in forstwirtschaftliche Vermögenswerte um 20%; im Verlauf des Jahres überstiegen sie die Marke von 1 Mrd. GBP vi.

Darüber hinaus steht das Vereinigte Königreich kurz davor, sein eigenes Wachstum von leistungsorientierten Superfonds zu beschleunigen. Im November 2021 genehmigte TPR (The Pension Regulator) dem Vorsorgewerk Clara-Pensions den ersten Superfonds, der die strengen neuen Standards hinsichtlich Governance und Verwaltung erfüllt vii. Aufgrund des bereits gezeig­ten Interesses plant Clara-Pensions, in den nächsten fünf Jahren bis zu 5 Mrd. GBP an Pensions­verpflichtungen zu übernehmen, da Pensionskassen vermehrt nach Möglichkeiten suchen, ihre Risiken einzudämmen viii.

Während Clara-Pensions eine Art «Brücke zur Übernahme»-Modell anwendet, kommen auch andere Modelle in Frage, darunter etwa das von The Pension SuperFund vorgeschlagene Modell, bei dem die Rentenzahlungen fortlaufend geleistet werden – dies anstelle einer Übernahme ix. Auf der Seite der beitragsorientierten Vorsorgeeinrichtungen (Defined Contributions) hat sich der Markt nach Angaben von TPR innerhalb von zehn Jahren um fast 40% konsolidiert x. Die Zahl der Pensionskassen mit 12 oder mehr Mitgliedern ist seit 2012 um 63% zurückgegangen. Master-Trusts sind die Nutzniesser dieser Konsolidierung; sie konnten ihr Vermögen 2021 um fast 50% auf 78.8 Mrd. GBP steigern, so der TPR-Bericht von 2022 xi.

In Kontinentaleuropa ist die Konsolidierung schon seit einigen Jahrzehnten ein wichtiger Trend in der Vorsorgeindustrie. Im November 2020 etwa planten 32% der europäischen Pensionskassen eine vollständige Konsolidierung mit einem anderen Vorsorgewerk (darunter auch Integrationen in Anlagestiftungen) – dies während einer Frist von ein bis zwei Jahren, so ergab eine Unter­suchung der Cerulli Associates xii

Auf dem Schweizer Markt haben zwischen 2014 und 2018 304 Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge ihre Existenz aufgegeben xiii, während die Zahl der Pensionskassen in den Nieder­landen während der zwei Jahrzehnte bis 2018 um 75% zurückgegangen ist xiv. Auch der nieder­ländische Markt mit nunmehr weniger als 200 Vorsorgewerken dürfte sich voraussichtlich weiter konsolidieren xv. Eine ähnliche Geschichte spielt sich in Schweden ab, wo die Regulierung zu einem Rückgang der Vorsorgewerke im Premium Pension System (PPM) führte, sodass die Branche vor einer weiteren Konsolidierung stehen dürfte xvi. In Deutschland hingegen hat der Energieriese E.ON beschlossen, ein eigenes Vorsorgewerk zu etablieren, um die Betriebsrenten des Konzerns konsolidiert vornehmen zu können xvii


Eigentümer von Vermögenswerten schliessen sich auch auf andere Weise zusammen, etwa indem sie Konsortien bilden, um Veränderungen bei wichtigen Themen – insbesondere bei Nachhaltigkeits-Aspekten – gezielt voranzutreiben. Ein Beispiel ist die von den Vereinten Nationen einberufene Net-Zero Asset Owner Alliance. Hierbei handelt es sich um eine internationale Gruppe institutioneller Investoren mit einem verwalteten Vermögen von 10.4 Bio. USD, die sich mitunter verpflichtet hat, ihre Portfolien auf das 1.5°C-Szenario des Pariser Abkommens auszurichten xviii. Die Gruppe hat vor kurzem ein Papier veröffentlicht, in dem sie Anleger aller Couleur dazu ermutigt, sich stärker mit Wirtschaftssektoren auseinanderzusetzen und mit politischen Entscheidungsträgern zu interagieren, statt bloss bestimm­te Investitionen aus ihren Portfolien auszuschliessen. So könne man besser Veränderungen be­wirken xix.

Eigentümer von Vermögenswerten arbeiten auch zusammen, um Zugang zu weniger liquiden Vermögenswerten zu erhalten. Die Pensions Infrastructure Platform (PiP) beispielsweise wurde von britischen Vor­sorgewerken gegründet, um ihre Interessen abzustimmen und Zugang zu Kerninfrastruktur-Anlagen zu erhalten xx

Vorantreiben der ESG-Agenda

In der letzten Dekade hat sich ESG zu einem wichtigen Thema für Eigentümer von Vermögenswerten entwickelt. 22% der institutionellen Investoren, die von der Investment Association (IA) im letzten Jahr befragt wurden, gaben an, dass sie bei ihren Portfolios ESG-Ansätze zu 75% oder mehr applizieren xxi. Dieser Wert wird in den nächsten zwei Jahren noch steigen; in anderen Berichten wird diese Zahl sogar noch höher angesetzt. Laut einer Studie von FTSE Russell ist Nachhaltigkeit zum Standard geworden: 84% der Eigentümer von Vermögenswerten weltweit setzen Nachhaltigkeits-Grundsätze in ihren Portfolios um oder überlegen sich dies aktuell xxii.

Die IA-Umfrage zeigt überdies, dass Branding und Reputation die Rendite als wichtigster ESG-Treiber überholt haben; die Ausrichtung auf Netto-Null-Verpflichtungen wirkte quasi als Beschleuni­ger hierfür. Die Umfrage von FTSE Russell legt ihrerseits nahe, dass Überlegungen zum Risiko­management nachhaltige Investments angetrieben haben, wobei Klima und Kohlenstoff für 67% der Befragten als Prioritäten genannt wurden xxiii.

An anderer Stelle haben Untersuchungen des Weltwirtschaftsforums gezeigt, dass fast ein Drittel der befragten Eigentümer von Vermögenswerten Investments in Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft in Erwägung ziehen, so etwa AgTech-Risikokapital und Landerhaltung. Ein Drittel prüft dabei Privatmarkt-Investments bei Organisationen, die von Frauen und Minderheiten geführt werden. Darüber hinaus werden spezifische Fonds in Betracht gezogen, und über ein Viertel schaut sich Mikrofinanz-Vehikel an xxiv. Ein weiteres Viertel der Befragten überlegt sich, in grüne und blaue Anleihen zu investieren. Letztere dienen beispielsweise dem Schutz der Meere oder fördern die nachhaltige Fischerei xxv.

Vorsorgewerke auf der ganzen Welt haben sich ebenfalls verstärkt auf Impact Investing konzentriert (nach Angaben des Global Impact Investing Network stiegen die entsprechend bewirtschafteten Vermögenswerte im Jahr 2020 auf 715 Mrd. USD, was einem Anstieg von über 200 Mrd. USD gegenüber dem Vorjahr entspricht) xxvi.

Heutzutage ist es nicht mehr möglich, Lippenbekenntnisse zu ESG-Erwägungen abzugeben oder Produkte «grün zu waschen», ohne zu erwarten, dass diese Anlageprodukte hinterfragt werden. Eigentümer von Vermögenswerten erwarten von ihren Wertschtiftenverwaltern, dass sie sich an einen ähnlichen Standard halten wie sie selbst, nicht nur in Bezug auf den Klimawandel und das «E», sondern auch auf das «S» und «G» von ESG. 

Eigentümer von Vermögenswerten nehmen Einfluss auf ihre Verwalter von Anlagevermögen, indem sie die ESG-Anforderungen in Vermögensverwaltungs-Verträgen ziemlich konkret formulieren oder sogar verlangen, dass die betrauten Anlageverwalter die Grundsätze für verantwortungsbewusstes Investieren der Vereinten Nationen unterzeichnen. Auf diese Weise können sie die Anlageverwalter nicht nur zur Rechenschaft ziehen, sondern auch deren Arbeit und Leistung beurteilen.

Für viele Institutionen steht Diversität ganz oben auf der Agenda, ebenso wie die Kontrolle der eigenen Manager.

Der breitere Fokus auf ESG geht jedoch nicht ohne Herausforderungen. «Für die Finanzindustrie bleibt die Homogenität der ESG-Daten eine Herausforderung. Heute ist es oftmals noch so, dass zwei Pensionskassen mit unterschiedlichen Anbietern von ESG-Daten ganz verschiedenartige Aussgen über die Nachhaltigkeitsaspekte erhalten. Es gibt keine Gemeinsamkeiten», kommentiert Austin die aktuelle Situation.

Es überrascht daher nicht, dass die Rating-Agenturen unter Beschuss geraten sind xxvii. In einer Welt, in der Unternehmen unterschiedliche Geschäftsmodelle und -praktiken haben, in verschiede­nen Regionen und Sektoren aktiv sind und unterschiedliche Teile ihrer Wertschöpfungskette ausla­gern, sind die Herausforderungen tiefgreifend. Internationale Standards und Kennzahlen werden derzeit entwickelt, um einige dieser Probleme zu lösen, wobei auch die Regulierungs­behörden den Wandel vorantreiben.


Wichtige Entwicklungsstandards und Kennzahlen für ESG

International Sustainability Standards Board (ISSB): Neue Rechnungslegungs-Standards, welche den Unternehmen bei der Offenlegung von Nachhaltigkeitsinformationen zuhanden der Investoren helfen sollen – dies als Ergänzung zu den Jahresabschlüssen xxviii.

World Economic Forum Stakeholder Capitalism Metrics: Kennzahlen zur Verbesserung der Konsistenz und Vergleichbarkeit der von Unternehmen gemeldeten Informationen. Sie dienen einer verbesserten ESG-Berichterstattung von Unternehmen xxix.

EU Green Taxonomy: Die EU-Taxonomie ist ein Klassifizierungssystem, das eine Liste ökologisch nachhaltiger Wirtschaftstätigkeiten enthällt xxx

EU Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD): Die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeits­berichterstattung von Unternehmen verlangt von Unternehmen bestimmter Grösse die Offen­legung von Informationen darüber, wie soziale und ökologische Herausforderungen angegangen und bewältigt werden xxxi

Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR): Die Verordnung über die Offenlegung nach­haltiger Finanzen verlangt von Anlageverwaltern die Offenlegung von ESG-Risiken in ihren Port­folien. Die Informationen müssen sowohl auf der Website als auch in den Fondsdokumenten dargelegt werden xxxii

The Task Force on Climate-Related Financial Disclosures (TCFD): Die Task Force wurde vom Financial Stability Board (FSB) gegründet, um einheitliche Angaben zu klimabezogenen Finanz­risiken zu entwickeln, die dann von Unternehmen, Banken und Investoren zur Information von Interessengruppen verwendet werden können xxxiii.


Verschiebung der Vermögensallokation

Eigentümer von Vermögenswerten sind sich durchaus bewusst, dass es eine Herausforderung bleibt, eine beständige Performance zu erzielen – auch wenn sie sich auf ESG-Faktoren konzentrieren. Für viele besteht die Antwort darin, in der traditionellen Risikokurve nach oben zu klettern, indem sie alternative und abstraktere Anlageklassen integrieren. Nach Angaben von Preqin werden die Manager alternativer Anlagen, die derzeit mehr als 13 Bio. USD verwalten, bis Ende 2026 ihre Assets voraussichtlich auf 23.21 Bio. USD steigern können xxxiv

Laut der 2021 erschienen Global Pension Assets Study des Thinking Ahead Institute hat sich während der letzten 20 Jahre bei globalen institutionellen Investoren der Vermögensanteil in den Segmenten Immobilien, Private Equity und Infrastruktur von etwa 7% auf über 26% erhöht xxxv. Im Bereich der alternativen Anlagen sind es die Privatmarktanlagen, welche das grösste Wachstum verzeichneten. Die Volumina dürften per Ende letzten Jahres voraussichtlich 8 Bio. USD erreicht haben xxxvi, wobei hier von Private Equity über Private Debt, Immobilien und Infrastruktur bis hin zu ESG-orientierten Anlagen und nachhaltigkeitsorientierten und wirkungsorientierten Investments alles mögliche integriert ist. Die Zahlen von Preqin deuten auch hier darauf hin, dass das verwaltete Vermögen von Private Equity und Risikokapital ansteigen wird. Bis 2026 rechnet das Unternehmen mit einem Anstieg von über 11 Bio. USD, was dann fast die Hälfte (49%) der alternativen Anlagen ausmachen wird xxxvii.   

Investoren betrachten digitale Vermögenswerte als eine interessante Möglichkeit im Investment-Spektrum. Sieben von zehn institutionellen Anlegern erwarten, dass sie in Zukunft digitale Vermögenswerte kaufen oder in sie investieren werden, und mehr als 90% derjenigen, die sich für digitale Vermögenswerte interessieren, gehen davon aus, dass sie in den nächsten fünf Jahren einen Anteil im eigenen Portfolio oder jenem der Kunden haben werden, so die Institutional Investor Digital Assets Study von Fidelity aus dem Jahr 2021 xxxviii. Das Wachstum digitaler Vermögenswerte – zu ihnen gehören Kryptowährungen, Stablecoins, digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) und digitale Token – wurde auch durch das Wachstum der digitalen Infrastruktur unterstützt, zum Beispiel durch neue Initiativen von Zentralverwahrern (CSDs). Digitale Vermögenswerte unterstützen auch das Wachstum und die Entwicklung von Privatmarktanlagen, da die Digitalisierung ein höheres Mass an Transparenz und Effizienz ermöglichen kann. Beide gelten als Herausforderung für Investments in alternative Anlagen.

Die Verlagerung hin zu digitalen Vermögenswerten, Privatmarktanlagen sowie zu alternativen Investments erfolgt in einer Zeit, in der die Eigentümer von Vermögenswerten ihre Ansätze für die Vermögensallokation allgemeinen ändern. Alles in der Investment-Welt wird hybrid. Es gibt keine öffentlichen oder privaten Vermögen mehr; die Diskussion hat sich auf Risikofaktoren verlagert. Die Welt wird hybrid, in der öffentliche Asset Manager Privatmarktanlagen halten. Das zwingt die Unternehmen zu einem ganz­heitlichen Blick auf ihre Portfolien.

Der Siegeszug der Daten

Nicht nur die Investment-Ansätze werden immer hybrider. Grosse Eigentümer von Vermögenswerten agieren zunehmend wie Vermögensverwalter – sei es durch ihre Direktinvestitionen, durch die zunehmende Auslagerung des Handels und anderer Front-Office-Funktionen oder durch ihre Kaufkraft. Die Gewinnung wichtiger Erkenntnisse aus Daten ist zu einem entscheidenden Aspekt dieses hybriden Wandels geworden, nicht nur um robuste operative Rahmenbedingungen zu schaffen, sondern auch für eine bessere Integration von ESG-Faktoren und abstrakterer Investments. Gemäss dem Global Institutional Investor Survey von MSCI aus dem Jahr 2021 xxxix waren 18% der Befragten institutionellen Anleger etwa der Meinung, dass der Mangel an Daten das grösste Hindernis für die Integration von ESG-Faktoren darstellt.

Investoren hatten schon immer mit einem Berg von Daten zu kämpfen, die irgendwo unstrukturiert enthalten sind – sei es in Geschäftsunterlagen, Nachrichtenquellen, Portfoliomanager-Kommenta­ren oder in all den verschiedenen Mitteilungen, welche an Kunden gerichtet werden. Viele unserer Partner erhalten jährlich Zehntausende von Mitteilungen von ihren Vermögensverwaltern. Die Heraus­forderung besteht nicht darin, sie zu kuratieren und zu synthetisieren, sondern ganz allgemein, sie alle zu lesen, denn sie sind unstrukturiert, grundverschieden und manuell.

Grosse Eigentümer von Vermögenswerten sind über alle Anlageinstrumente, Makro-Faktoren, Regionen und Segmente hinweg diversifiziert. Sie müssen dieselben Daten verarbeiten wie ein globaler Multi-Strategy Hedge Fund, arbeiten aber im Vergleich zu einem Vermögensverwalter mit sehr knappen Mitteln. Wenn man bedenkt, dass die Eigentümer von Vermögenswerten für die Überwachung jedes geografischen Mikro- und Makro-Segments verantwortlich sind, ist der Umfang des betriebenen Researchs wirklich beeindruckend. Sie sollten ihre Zeit besser damit verbringen, synthetisierte Daten zu nutzen, um Portfolio-Entscheidungen zu treffen, und nicht um dreissigtausend Dokumente durchzugehen.

Die Eigentümer von Vermögenswerten haben erkannt, dass die Verwaltung qualitativer Daten nicht skalierbar ist und dass die Automatisierung von entscheidender Bedeutung ist. Wenn man an die Datenmengen denkt, die erzeugt und genutzt werden, ist es unmöglich, diese ohne ein hohes Mass an Automatisierung zu analysieren. Daten zu kategorisieren, zu verarbeiten und Modelle auf der Grundlage dieser Auto­matisierungsprozesse zu erstellen, ist sehr wichtig. Aber man braucht auch die Menschen, welche diese Parameter definieren und diese Entscheidungen treffen. Sie müssen verstehen, welche Eigenschaften die Daten, die sie betrachten, tatsächlich aufweisen.

Obwohl die Herausforderungen im Datenbereich zwar weltweit unterschiedlich sind und von den Bedürfnissen des Eigentümers von Vermögenswerten abhängen, gibt es doch auch Gemeinsamkeiten. Zu den wichtigsten Herausforderungen gehören die Entwicklung konsistenter, transparenter und ausgereifter Daten für die ESG-Messung von Markt zu Markt, die Entwicklung unabhängiger, zeitnaher und zuverlässiger Bewertungen – insbesondere für Privatmarktanlagen – sowie die Erstellung von Verhaltensanalysen und die Schaffung von Transparenz in den Prozessen.

Eine Lösung für die Eigentümer von Vermögenswerten heisst Data Warehousing

Datenbank-Lösungen können bis zu einer vollständig ausgelagerten Datenverwaltung reichen. Sie können die personellen, verwaltungstechnischen und operativen Aspekte der Datenverwaltung umfassen, einschliesslich Veredelung und Übersetzung. Eigentümer von Vermögenswerten benötigen qualitativ hoch­wertige und zuverlässige Datenquellen, und die universellen Datenbanken ermöglichen es, diese Daten zu verteilen oder in andere Systeme und Tools zu integrieren, die gegebenenfalls genutzt werden sollen.

Andere Lösungen können Eigentümer von Vermögenswerten helfen, Einblicke über ihre Vermögensverwalter zu gewinnen und verschiedene Aspekte ihrer Leistung zu bewerten. Letztes Jahr schloss Northern Trust bei­spielsweise eine Vereinbarung mit Two Sigma, ab um Kunden quantitative Analysen anzubieten xl. Venn wiederum – eine Tochtergesellschaft von Two Sigma – entwickelte eine cloud-basierte Platt­form für Investment-Analysen, die verbesserte Portfolio-Einblicke und -Analysen ermöglichen und es Vermögensverwaltern wie auch Eigentümer von Vermögenswerten gleichsam ermöglicht, Anlagerisiken und -chancen besser zu verstehen, indem die Angaben über eine cloud-basierte Software bereitgestellt werden.

Der Silberstreif am Horizont besteht darin, dass die Technologie mit dem Anstieg der Datenmenge Schritt hält. Das maschinelle Lernen hilft, unstrukturierte Inhalte zu nutzen. Die Technologie verändert die Landschaft, während Data Science den Eigentümer von Vermögenswerten hilft, die Fähigkeiten der Vermögenmsverwalters besser einschätzen zu können – darunter auch die Beständigkeit bezüglich der Erträge. War es Beharrlichkeit, Glück, Alpha oder Beta, die für ein Resultat primär verantwortlich ist? Angesichts der Zunahme passiver Anlageinstrumente und Vehikel für Privatmarktanlagen mag es sinnvoll sein herauszufinden, ob man Alpha-Gebühren für ein Markt-Beta bezahlt. Das wäre nämlich eine grosse Belastung für das Portfolio.

Eigentümer von Vermögenswerten werden immer mächtiger

Die Eigentümer von Vermögenswerten stehen vor grösseren Herausforderungen als je zuvor. Zu diesen Herausforderungen gehört es, sich in einem Umfeld mit geringem Wachstum, niedrigen Zinsen und hoher Verschuldung zurechtzufinden. Zudem bringen Inflationsdruck, politische Veränderungen und Klimaprobleme ihre eigenen Schwierigkeiten mit sich. Die gute Nachricht liegt aber darin, dass die Eigentümer von Vermögenswerten über mehr Macht verfügen.

Eigentümer von Vermögenswerten können ihre Muskeln auf eine Art spielen lassen, die ihnen zuvor nicht möglich war – indem sie sich zusammenschliessen (entweder durch Konsolidierung oder durch gemeinsames Engagement), indem sie neue Anlageklassen und neue Technologien übernehmen oder indem sie sich mit Vermögensverwaltern  zusammenschliessen und neue Strategien für die Vermögensallokation anwenden,

Das nächste Jahrzehnt birgt das Potenzial für noch mehr Veränderungen, da sich die Eigentümer von Vermögenswerten weiter konsolidieren, zunehmend Technologien und Data Management Tools nutzen, um Erkennt­nisse zu gewinnen und Standards zu schaffen, ganz einfach weil sie an der Spitze des ökologischen und sozialen Wandels stehen und auf stärkere, transparentere und besser geregelte Modelle hinarbeiten.

Auf dem Weg in die Zukunft werden sich viele Dinge ändern, aber einige werden auch gleich bleiben. Ungeachtet der Komplexität und der Chancen werden sich die Eigentümer von Vermögenswerten weiterhin auf die Bedürfnisse und das Wohlergehen ihrer Eigentümer und Anspruchsgruppen konzentrieren und diese an oberste Stelle setzen.

 


i https://mycouncil.surreycc.gov.uk/documents/s73145/14%20-%20Annual%20Report%202019-20%20-%20Annexe%201.pdf)
ii http://www.lgpsboard.org/index.php/schemedata/scheme-annual-report
iii  https://lgpsboard.org/index.php/schemedata/scheme-annual-report
iv
https://www.lgcplus.com/investment/lgps-pools-expected-to-further-consolidate-18-07-2019/
v https://www.ppf.co.uk/
vi https://realassets.ipe.com/news/pension-protection-fund-grows-forestry-stake-to-1bn/10058907.article
vii https://www.pensionsage.com/pa/BREAKING-Clara-Pensions-becomes-first-TPR-assessed-DB-superfund.php
viii https://www.pionline.com/pension-funds/clara-pensions-cleared-business-first-uk-pension-superfund
ix https://www.pionline.com/pension-funds/clara-pensions-cleared-business-first-uk-pension-superfund
x https://www.actuarialpost.co.uk/article/dc-pension-market-consolidation-continues-20462.htm
xi https://www.actuarialpost.co.uk/article/is-consolidation-a-silver-bullet-for-uk-pension-challenges-20648.htm
xii https://www.europeanpensions.net/ep/32pc-of-European-pension-schemes-are-planning-to-consolidate-Cerulli.php
xiii https://www.europeanpensions.net/ep/32pc-of-European-pension-schemes-are-planning-to-consolidate-Cerulli.php
xiv https://www.ipe.com/pension-consolidation-is-it-all-good-news/10023898.article
xv https://www.europeanpensions.net/ep/32pc-of-European-pension-schemes-are-planning-to-consolidate-Cerulli.php
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xxiii https://content.ftserussell.com/sites/default/files/sustainable_investment_is_now_standard_according_to_global_asset_owner_survey.pdf
xxiv https://www.weforum.org/whitepapers/trendsetters-transformational-investment-practices-of-advanced-investors
xxv https://www.weforum.org/whitepapers/trendsetters-transformational-investment-practices-of-advanced-investors
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xxxvii https://www.preqin.com/insights/research/reports/alternatives-in-2022
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xxxix https://www.msci.com/documents/1296102/22910163/MSCI-Investment-Insights-2021-Report.pdf
xl https://www.northerntrust.com/united-s tates/pr/2021/two-sigma-quantitative-analytics-capabilities

Mark Austin

Head of Asset Owners, UK, and Pensions and Insurance Executive, Europe
Mark is head of Asset Owners, UK, and Pensions and Insurance Executive, Europe with a 35-year background in the management and administration of retirement assets.

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